Einige Monate später konnte man deutlich eine Verformung der Außenhülle des Suprelorins® fühlen, die Wirkung hielt aber nach wie vor an.
Nach über einem Jahr zeigte Perfie wieder langsam sexuelles Verhalten, weswegen er dann chirurgisch kastriert wurde. Seine Hoden waren zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht wieder deutlich größer geworden. Auch das Implantat war nach wie vor zu fühlen, sogar noch bis 18 Monate nach der Implantation. Mit der Zeit ließ sich das Stäbchen jedoch schwieriger ertasten, wurde deutlich kleiner und weicher, d.h. die Außenhülle des Suprelorins® schien sich zunehmend zu verformen. Mittlerweile, 20 Monate nach der Implantation, ist es nicht mehr zu spüren.
Da Perfie noch sehr jung war als das Implantat gesetzt wurde, kann ich persönlich nichts zum Markierverhalten sagen, weiß aber von befreundeten Züchtern und aus meinem Berufsalltag, dass auch diese Verhaltensweise unter der Wirkung des Suprelorin®-Implantats fast immer verschwindet.
Neben der ursprünglichen Indikation, die Fruchtbarkeit auszuschalten, wird das Präparat mittlerweile nämlich auch bei chirurgisch kastrierten Katern und Kätzinnen eingesetzt, um das Harnmarkieren zu stoppen.
KÄTZIN
Als Tierärztin weiß ich um das hohe Nebenwirkungspotential, das sich aus der Gabe von Kontrazeptiva („der Pille“) ergibt und wollte unserer Saphira dieses hohe Risiko nicht zumuten bevor ich nicht das Suprelorin®-Implantat versucht hätte.
Zwar ist das Präparat nur für den Rüden zugelassen und schon gar nicht für den weiblichen Organismus, was jedoch nicht heißt, dass Virbac diesbezüglich nicht schon Studien unternommen hat und Erfahrungswerte sammeln konnte.
Nach reiflicher Überlegung, vielen Gesprächen mit sehr erfahrenen Kolleginnen und nach Rücksprache und Anleitung durch eine Tierärztin einer Universitätsklinik haben wir uns für einen Versuch entschieden und ließen Saphira das Implantat setzen als die Welpen ihres Wurfes 8 Wochen alt waren.
Auf ausdrückliche Empfehlung wurde ihr das Suprelorin® nicht zwischen die Schulterblätter, sondern unter die Haut in der Nabelgegend gesetzt, da von dort eine eventuelle Entnahme des Implantats problemlos, schnell und v.a. vollständig möglich ist. Obwohl Saphira eine durchaus selbstbewusste Dame ist, war dies bei ihr ohne Narkose oder Lokalanästhesie möglich.
Auch Saphira zeigte keinerlei Hochregulierung, obwohl das Präparat in diesem Rahmen in den ersten Wochen bis zum Wirkeintritt eine Rolligkeit auslösen kann. Auch besteht die Möglichkeit einer Dauerrolligkeit, die gegebenenfalls mit der Entnahme des Suprelorins® beendet werden kann.
Das Implantat war an Saphiras Bauch sehr gut sicht- und fühlbar und obwohl sie ihre Babies noch säugte, kam es zu keinerlei Problemen. Weder schien ihr der Milchtritt an der Implantationsstelle etwas auszumachen, noch zeigte das Deslorelin bei den Welpen irgendeine Wirkung.